Unser Klasse - Team - Projekt

Wie geht man mit Schülerinnen um, die zum wiederholten Mal ihre Hausaufgaben vergessen haben?

Was macht der Lehrer / die Lehrerin, wenn eine Schülerin den Unterricht permanent stört?

Wie reagiere ich als Pädagoge auf Streitigkeiten im Klassenzimmer?

Was mache ich mit Schülerinnen, die durch häusliche Konfliktbeim Lernen gestört werden?

Diese und mehr Fragen beschäftigen uns Lehrer in unserem Alltag immer wieder und sie sind in der pädagogischen Ausbildung im Studium oft zu kurz gekommen. Im Rahmen des Konzepts der Erziehungsgemeinschaft fand nun für weitere acht Lehrerinnen und Lehrer, die in den 5. Klassen Deutsch bzw. Mathematik unterrichten, ein viertägiges Training zu Klasse-Team-Lehrern statt. Dieses Training soll die Lehrer beim Gelingen eines wertschätzenden Unterrichts unterstützen, der ein besonderes Merkmal der katholischen Schulen ist.

In vielen Rollenspielen übten die Lehrer mit zwei extra dafür vom Katholischen Schulwerk ausgebildeten Trainerinnen, wie sie diese Konflikte lösen können. Dabei steht im Vordergrund, dass nur zusammen mit der Schülerin das Problem erkannt und gelöst werden kann. Dafür braucht es Zeit und die Bereitschaft der Schülerin, bei der Konfliktlösung zu helfen. Denn nur wenn sie selbst den für sie richtigen Weg erkennt, kann sie diesen auch besser für sich annehmen.

Aber nicht nur die Schüler standen im Fokus; vor allem wurden den Lehrern verschiedene Techniken gezeigt, damit sie für sich selbst Fürsorge tragen und wie bisher hochmotiviert unterrichten können. Außerdem trainierten sie immer wieder mit den Coachs an ihrer Seite, wie sie sich auf die erlernten Techniken rückbesinnen können. Nur so ist es in einem Schulalltag, der von ihnen so viel gleichzeitig erfordert, möglich, eingeübte Strategien nicht zu vergessen.

Die Rückmeldung der Lehrer und Lehrerinnen zu dem Seminar, für das sie freie Wochenenden „geopfert"  haben, war überaus positiv. Immer wieder wurde bestätigt, dass die gelernten Praktiken dem Alltag standhalten und tatsächlich einen wertschätzenden Umgang mit den Schülerinnen fördern. So kann das Klassenklima insgesamt und letztlich auch das Schulklima nachhaltig verbessert werden.

Und so waren sich alle einig darin, dass das Training mit Aufbaukursen weitergeführt werden und noch möglichst vielen Kollegen und Kolleginnen ermöglicht werden sollte. Die gerade ausgebildeten Lehrkräfte treffen sich im Moment auch regelmäßig, um sich gegenseitig in einer Art Supervision gegenseitig zu unterstützen.

Die Arbeit der ausgebildeten Lehrer und Lehrerinnen wird nun noch mit einer weiteren Befragung von der Uni Erlangen/Nürnberg wissenschaftlich begleitet und evaluiert.