Unser Umweltprojekt

Die Klimaerwärmung und deren Auswirkungen sind immer deutlicher spürbar und so fragten sich im Schuljahr 2016/17 einige von uns, was man denn im Kleinen tun könnte, um unsere Umwelt für alle lebenswert zu erhalten. Da kam es gerade recht, dass auch für unsere erzbischöflichen Schulen die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Bewahrung der Schöpfung“  eine wichtige Rolle spielen sollten und wir beschlossen, auch ein Umweltteam ins Leben zu rufen. Gemeinsam mit anderen kirchlichen Schulen trafen wir uns, um uns über unsere Ziele klar zu werden und über die Möglichkeit der Umsetzung unserer Ideen zu diskutieren. Immerhin stellte die Diözese 2000 € pro Schule für sinnvolle Projekte zur Verfügung.

Nur, was können wir im Kleinen tatsächlich umsetzen? Große Einsparungsmaßnahmen lassen sich ja leider nicht so einfach durchführen!

Als erstes wollten wir uns dem Thema Abfall und Abfallvermeidung annehmen und begannen damit,  bei unserem Kaffee- und Teeautomaten gänzlich auf Plastikbecher zu verzichten. (Mülleinsparung: täglich ein ganzer Sack) Stattdessen verwenden wir Tassen, die  - natürlich mit maschineller Hilfe – von den Mitgliedern des Umweltteams gespült werden.

Gemessen an den 38 Schulwochen pro Schuljahr haben wir über diese zwei Jahre bereits 74 Säcke Plastikmüll eingespart!

Neben der Müllvermeidung liegt uns auch ein konsequentes Mülltrennen am Herzen, denn nicht immer ist Müll von vornherein vermeidbar. Allerdings gestaltete sich das Vorhaben nicht so einfach.

Es ist ja nicht damit getan, einfach verschiedene Mülleimer irgendwo aufzustellen. So stellten wir die folgenden Überlegungen an:

-           Welche Distanz legen unsere Schülerinnen maximal zurück, um Müll sachgerecht zu entsorgen?             

-           Sind die Behälter für das Reinigungspersonal auch gut handhabbar?

-           Wo dürfen die Mülleimer in einem Gebäude, in dem sich täglich über tausend Menschen  aufhalten, stehen (Fluchtwege…)                                                 

-           und wie muss deren Beschaffenheit sein, um dem Brandschutz Rechnung zu tragen?

-           Wie sieht es im Garten aus, u.a. müssen wir da darauf achten, dass die Eimer nicht von den Stadtparkraben „geleert“ werden können.

Nun haben wir dieses Vorhaben im Februar 2018 in die Tat umgesetzt, hatten nach passenden, nicht zu teuren, aber trotzdem handhabbaren Mülleimern gesucht (bezahlt von der Diözese), dann Eimer mit drei farblich unterschiedlichen Behältern für Kunststoffe, Bio- und Restmüll gekauft und in den Klassen Aufklärungsarbeit betrieben: So wussten z.B. viele nicht, dass Wurst nicht in den Biomüll gehört.

Auch unser Reinigungsdienst ist natürlich an der Mülltrennung beteiligt und achtet darauf, dass der Biomüll der Kompostierung zugeführt wird. Wünschenswert wäre nun noch, dass statt der Einweggetränkeflasche auf Glas zurückgegriffen wird, so dass der Anteil des Kunststoffmülls langsam aber sicher zurück geht.

In diesem Zusammenhang informierten wir auch auf Schautafeln in der Aula über die von der Industrie in zunehmenden Maße eingesetzte Menge an Mikroplastik. Wer diesbezüglich einmal wissen möchte, mit welchen Körperpflegeprodukten er in dieser Hinsicht zur Gewässerverschmutzung beiträgt, kann sich unter der Internetadresse https://www.bund.net/meere/mikroplastik/ informieren.

Mülltrennung bzw. Müllvermeidung  lassen sich leider nicht von einem Tag auf den anderen umsetzen. Da muss auch ganz viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Aber ein Anfang in die richtige Richtung ist auf jeden Fall gemacht!

Nun, im Schuljahr 2018/19 warten neue Themen auf uns. So haben wir angeregt, den Bücherschrank zu Hause einmal unter die Lupe zu nehmen und Bücher, die nicht mehr gelesen werden, als Spende oder auch zum Verkauf bei uns abzugeben. Wir wollen sie dann beim Adventsbasar zu günstigen Preisen verkaufen. Auch hier steht wieder der Gedanke der Nachhaltigkeit dahinter – anstatt Dinge neu zu kaufen, kann man Gebrauchtes gut weitergeben und damit doppelt Gutes tun: Der Käufer erhält ein Buch  für wenig Geld und da wir den Erlös in die Einnahmen des Adventbasars einfließen lassen, die wir jedes Jahr an caritative Projekte spenden, kann man auch Bedürftige unterstützen.

Des weiteren wollen wir beim Wettbewerb der Stiftung Warentest teilnehmen: Hier werden explizit an Schulen Produkttester gesucht, die sich ein Produkt aussuchen können, dazu eine Testreihe entwickeln und das schließlich auch praktisch testen.

Wir haben uns für das Frühstücksmüsli entschieden. Hierbei untersuchen wir Müslis verschiedener Hersteller auf Inhalte (versteckter Zucker! – Wie wird Zucker eigentlich oft deklariert?), Werbeversprechen, angegebene Portionsgrößen im Verhältnis zum tatsächlichen Verzehr, verschiedene Biosiegel, Verpackung, Preis und natürlich auch auf ihren Geschmack.

Sollte jemand noch bei uns mitmachen wollen, so kann man sich jederzeit bei den Betreuern des Wahlfaches melden. Neben mir sind dies Herr Johannes Kißler und Herr Thomas Hautz.

Christiane Scharfe