Der Landtag sind wir

Schülerinnen der 10. Klassen nehmen am Projekt „Der Landtag sind wir“ teil.

Unter der Leitung von den Sozialkundelehrerinnen Frau Urland und Frau Graßl durften die Schülerinnen aus zwei 10. Klassen am Projekt „Der Landtag sind wir“ teilnehmen. Als Schwerpunktthema hatten sie sich die Integration von Flüchtlingen ausgesucht.

Zunächst wurden die Mädchen von den Projektverantwortlichen des bayerischen Landtags in die Grundlagen der Gesetzgebung und die Arbeitsweise im Landtag eingeführt. Dann bekamen die Schülerinnen Arbeitsmappen mit dem von der SPD eingereichten Gesetzentwurf. Je nachdem, welcher Partei sie zugeordnet wurden, mussten sie in ihren Fraktionen ein Gesetz beraten, dass den Schulen mehr Geld für die Integration von Flüchtlingskindern und Stellen für Sozialarbeiter bereitstellen sollte.

Außerdem wurde im Gesetzentwurf beantragt, dass Lehrer für Deutsch als Fremdsprache ausgebildet werden, damit sie die sprachliche Förderung von Migranten besser bewerkstelligen können. In den einzelnen Fraktionen wurde lebhaft diskutiert, bis schließlich über Änderungsvorschläge abgestimmt werden konnte. Diese mussten dann noch einmal im Plenum von allen Parteien beraten werden. Da hier – wie im echten Landtag – die SPD keine Mehrheit hat, konnte der Gesetzentwurf nur mit einigen Veränderungen durchgebracht werden.

So erlebten die Schülerinnen, dass es in der Politik immer auch darum geht, für berechtigte Anliegen die notwendige Zustimmung der Mehrheitspartei zu bekommen, was oft nicht leicht ist. Die einzelnen Schritte der Beratungen wurden von einer Pressegruppe dokumentiert.

Diese hatte auch die Aufgabe, den Gast, Herrn Benno Zierer von den Freien Wählern vorzustellen. Zierer besuchte die Mädchen im Anschluss an das Projekt und erzählte von seinem politischen Werdegang, aber auch von den Schwierigkeiten, als Mitglied einer Minderheitspartei im Landtag wahrgenommen zu werden. Dass manchmal aber gute Argumente nicht zählten, sondern die Fraktionsdisziplin an erster Stelle stehe, sei für ihn anfangs nur schwer zu ertragen gewesen, aber so sei Politik eben auch. Trotzdem mache ihm die Arbeit viel Freude und er könne immer wieder in Gesprächen seinen Standpunkt klar machen. So gelinge es ihm auch, Interessen seiner Partei und seines Wahlkreises zu artikulieren und sein Fachwissen in den Ausschüssen einzubringen. Zum Schluss ermunterte er die Schülerinnen, sich politisch zu engagieren und für die Demokratie einzutreten.

Die Schülerinnen erlebten einen Unterrichtstag, der ihnen die Politik ganz nah brachte und auch noch viel Spaß machte.

Foto: Benno Zierer beim Eintrag ins Goldene Buch der Mädchenrealschule mit den Schülerinnen und den Sozialkundelehrerinnen Frau Urland und Frau Graßl