Besuch im Amtsgericht

Im Rahmen des Lehrplans der 9. Jahrgangsstufe besuchen unsere Schülerinnen zum Thema „Strafrecht“ das Amtsgericht Erding.

Was vorher theoretisch im Unterricht besprochen wird, wie z.B. die Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit, also wann ein Bürger überhaupt verurteilt werden kann bzw. der Ablauf eines Strafverfahrens generell, wird dann in der Praxis erlebt. Natürlich können nur „öffentliche Sitzungen“ besucht werden. Beim Eintritt der Richter stehen alle Beteiligten sowie die Zuschauer auf. Der Richter stellt kurz fest, ob die angekündigten Personen vor Gericht sitzen, indem Name und persönliche Daten von Angeklagten und eventuellen Zeugen abgefragt werden. Danach liest der Staatsanwalt den zu verhandelnden Sachverhalt und die entsprechenden Paragraphen vor. Betrug, gefährliche Körperverletzung, Diebstahl, Unterschlagung sind nur eine kleine Auswahl von rechtwidrigen Handlungen, die auf der untersten Gerichtsinstanz, dem Amtsgericht, verhandelt werden.  Bei nicht deutschsprechenden Beteiligten sitzt ein Dolmetscher im Gerichtssaal dabei und übersetzt. In der Regel hat jeder Angeklagte einen Anwalt zur Verteidigung an seiner Seite, jedoch kann sich der Angeklagte, um z.B. Kosten zu sparen, in dieser untersten Gerichtsinstanz auch selbst verteidigen. Zeugen werden gehört, Angeklagte befragt, Protokoll geführt und mit ein bisschen Glück hat der oder die Richter(in) hinterher noch Zeit, Fragen der Schülerinnen zu beantworten, wie z.B. „Ist lebenslang, wirklich lebenslang?“

Dieser praktische Bezug zum Gelernten hinterlässt bei den Schülerinnen einen nachhaltigen Eindruck und mit Sicherheit die Erkenntnis, dass es nicht angeraten ist, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.