Kunst macht aufmerksam

Die „Global Education Week“ im November 2019 war für die Schülerinnen der Klasse 6a im Kunstunterricht Anlass zum Nachdenken,

Kunst macht aufmerksam

Die „Global Education Week“ im November 2019 war für die Schülerinnen der Klasse 6a im Kunstunterricht Anlass zum Nachdenken, welche Voraussetzungen nötig sind, dass alle Kinder in ihrem Alter die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen und sich die Bildung für ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu erwerben.

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) müssen weltweit immer noch Millionen von Kindern zwischen fünf und 17 Jahren regelmäßig mehrere Stunden arbeiten – ein großer Teil davon unter extrem ausbeuterischen Bedingungen. Diese Kinder haben keinen Zugang zu Bildung.

Die Schülerinnen überlegten sich Begriffe, die diese Voraussetzungen beinhalten und gestalteten sie in einer selbst gewählten Schriftform, die den Ausdruck des Wortes verstärkt. Dieser Entwurf wurde auf ein Stencil übertragen, einer Schablone aus Papier. Dieses Verfahren ist aus der Street-Art entlehnt, eine zeitgenössische Kunstrichtung, in der die Künstler ihre Anliegen in den öffentlichen Raum tragen.

Mit Mehl übertrugen wir diese Wort-Stencils auf die Straße vor der Schule.

Die Ambivalenz dieses kunstfernen Materials ist bewusst gewählt. Zum einen handelt es sich um ein Lebensmittel, ein Grundnahrungsmittel, von dem mancherorts hoher Mangel herrscht.
In unserem Land gibt es jedoch einen solchen Überfluss davon, so dass ein Kilo Mehl in unseren Läden schon für einen Dumpingpreis von 19 Cent pro Kilo angeboten wird, billiger als jedes Kunstmaterial.

Die Schülerinnen wollen mit dieser Kunstaktion im öffentlichen Raum der Straße Mitschüler und Passanten zum Nachdenken anregen und mehr Achtsamkeit für Selbstverständliches wecken.

 

WB