Präventionskonzept zur Vorbeugung sexualisierter Gewalt

Nach den Vorkommnissen der vergangenen Jahre reagiert die Kirche auf etwaigen Mißbrauch nun sehr unmittelbar.  So haben die deutschen Bischöfe eine verbindliche Rahmenordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen in allen kirchlichen Einrichtungen erstellt:

„Die Prävention von sexuellem Missbrauch ist integraler Bestandteil der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Als Grundprinzip pädagogischen Handelns trägt Prävention dazu bei, dass Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen, glaubens- und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten gestärkt werden“.

In die Praxis umgesetzt, heißt das für uns:

- wir verlangen ein amtliches Führungszeugnis bei Einstellung unseres Personals

- eine Selbstauskunft und Verpflichtungserklärung der Mitarbeiter/Innen zur

  persönlichen Eignung für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen muss abgeben werden

- an unserer Schule existiert ein Präventionsteam, das schulspezifische präventive

  Maßnahmen zur Vorbeugung sexueller Gewalt erarbeitet (Präventionskonzept)

- die bestehende Atmosphäre von Respekt, Wertschätzung und Grenzachtung der

  gesamten Schulfamilie untereinander soll aufrecht erhalten und nachhaltig gefestigt werden.

Bei diesem wichtigen Thema „schulpräventive Maßnahmen zum Schutz des Kindes gegen sexuelle Gewalt" steht für uns die Einstellung zum Menschen an erster Stelle. Wer Prävention lebt und betreiben will, der muss bereit sein, mit anderen zusammenzuarbeiten. Das heißt JA zu mir und JA zum anderen – ohne Gewalt.

Unsere  Präventionsgruppe „Mut tut gut – gib Übergriffen keine Chance“  gibt es in wechselnder Zusammensetzung seit 2012.  Momentan gehören dazu  

Johannes Kissler, Raimund Schleicher (beide Religionslehrer)

Elisabeth Danner (2. Konrektorin)

Vera Leitermann (Schulpsychologin)

Monika Heckel (Präventionsbeauftragte)

Gerlinde Haupt (Sozialpädagogin)

Ziel unserer Bemühungen in der Prävention:

Ø  unsere Mädchen zu starken Mädchen zu machen

Ø  NEIN – Sagen zu lernen

Ø  die Mädchen zu ermutigen, sich uns anzuvertrauen

Ø  die eigene Wahrnehmung zu schulen

Ø  die eigene Distanzschwelle zu erkennen

Ø  Grenzen zu erkennen, zu achten, aber auch zu setzen

Ø  Signale/Hilferufe zu erkennen

Ø  Machtlosigkeit zu durchbrechen

Ø  Hilfestellungen zu geben , erster Ansprechpartner zu sein

Ø  Lösungswege zu ebnen (Notruflisten hängen in jedem Klassenzimmer aus, Notruf – Flyer zusätzlich im Sekretariat )

Ø  einen sicheren Ort, sowohl für Schülerinnen als auch für Lehrkräfte zu schaffen

Ø  einen sicheren Opferschutz anzustreben

Ø  präventive Strukturen an unserer Schule dauerhaft einzurichten

Ø  regelmäßige Schulungen des Kollegiums durchzuführen

Ø  eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern zu pflegen.

In den einzelnen Jahrgangsstufen werden diese Ziele mit folgenden Projekten vertieft und gefestigt:

-  ein für dieses Thema offener Biologieunterricht in den 5./ 7. und 10. Klassen

-  MFM-Projekt in den 5. Klassen

-  Antimobbingtraining für die 5. Klassen

-  Selbstbehauptungskurse in den 6. Klassen

-  Suchtprävention in den 7. Klassen

-  Information über Ess – Störungen in den 8. Klassen

-  Besinnungstage in den 9. Klassen

-  HIV/ AIDS – Vorlesung an der LMU für alle 10. Klassen

-  Schule gegen Rassismus – Projekt für alle Jahrgangsstufen

-  nicht zu vergessen, die wertvolle ZFU – Stunde in jeder Klasse in jeder Woche

Für Eltern finden in unregelmäßigen Abständen Vorträge zu diesem Thema statt (z.B. „Nur ein Mausklick bis zum  Grauen“ durch Kriminalhauptkommissar Rainer Richard)

Im Schulalltag verpflichtet sich jede/r Schulangestellte, im Notfall einen Ansprechpartner aus dem Präventionsteam zu informieren.

Darüber hinaus hat jeder das Recht, sich bei Bedarf von einer Fachberatungsstelle beraten zu lassen.

Monika Heckel