Wunderwelt Mathematik – Eine Sonderausstellung im Ägyptischen Museum

Was hat der Blumenkohl mit Mathematik zu tun? Dieser und anderen Fragen ging die Klasse 6a bei einem Besuch des Ägyptischen Museums am 25. Oktober 2016 in München nach.

Was hat der Blumenkohl mit Mathematik zu tun?

Dieser und anderen Fragen ging die Klasse 6a bei einem Besuch des Ägyptischen Museums am 25. Oktober 2016 in München nach. Die dortige Sonderausstellung will das ganzheitliche Verständnis von Mathematik vermitteln und auch Spaß an ihr wecken. Sie wurde von einem engagierten Mathematiklehrer auf der Grundlage jahrzehntelanger Erfahrung entwickelt.

Doch bevor wir in diese Wunderwelt eintauchten, besuchten wir zunächst das ägyptische Museum selbst, da das Fach Geschichte in der 6. Jahrgangsstufe neu hinzukam. Frau Kirschner, die Geschichtslehrerin der Klasse, erläuterte Verschiedenes in der Ausstellung, die einen Überblick über 5000 Jahre Kunst und Kultur des alten Ägyptens zeigt. Ergänzend dazu gab es große Touchscreens mit zahlreichen Informationen zu dieser wertvollen Sammlung. Die Schülerinnen erkannten auch während der Ausstellung die Kulisse des letzten „Fünf Freunde“-Kinofilms und fanden es ganz spannend, dass dieser Film zum Teil dort gedreht wurde.

Später wurden wir dann von einer Mathematikstudentin in der Sonderausstellung „Wunderwelt Mathematik“ begrüßt. Sie erklärte den Mädchen, wo im Alltag und in der Natur die Mathematik vorkommt. So war es spannend zu sehen, welche Rolle die Fibonacci-Zahlen (1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, usw., d.h. die neue Zahl ist immer die Summe der beiden vorangehenden Zahlen) in der Natur spielen: Viele Pflanzen weisen in der Anordnung ihrer Blätter und anderer Teile Spiralen auf, deren Anzahl den Fibonacci-Zahlen entspricht. Beispielsweise besitzen Sonnenblumen 34 Krümmungen in die eine und 55 in die andere Richtung. Auch die komplexe Mathematik der „Fraktale“ wurde den Mädchen an Beispielen aus der Natur verdeutlicht. So ist etwa jedes einzelne Romanesco- oder Blumenkohlröschen in seinem Aufbau identisch mit dem Aufbau des gesamten Kohls. Der Aufbau folgt einem grundlegenden Bauprinzip; unterschiedlich ist nur der Maßstab.

Mit der Mathematik aus dem Erfahrungsbereich der Sechstklässlerinnen beschäftigten wir uns bei den fünf platonischen Körpern: Tetraeder, Hexaeder (= Würfel), Oktaeder (acht Flächen), Dodekaeder (zwölf Flächen) und Ikosaeder (20 Flächen). Die Mädchen sollten die Anzahlen der Ecken, Kanten und Flächen herausfinden. Dabei wurde der Eulersche Polyedersatz erklärt: Anzahl der Ecken plus Anzahl der Flächen minus Anzahl der Kanten ergibt immer zwei (E + F - K = 2). Eine Abwandlung des Ikosaeders, der abgestumpfte Ikosaeder, ist der am meisten mit Füßen getretene Körper der Welt – der Fußball.

Dies waren nur einige wenige Beispiele, die die Mädchen der 6a an diesem Vormittag aus der wunderbaren Welt der Mathematik erlebten. Nach der Führung durch die Ausstellung blieb noch Zeit, die einzelnen Stationen selbst auszutesten, bevor wir uns dann wieder auf den Weg nach Erding machten.

Die Schülerinnen hätten nicht gedacht, dass so vieles in der Natur und im Alltag mit Mathematik zu tun hat.

Sandra Speer