Einsatzbericht aus meiner Sicht
Tag 1 – Deutschunterricht: Tierbeschreibung
Am 9. März durfte ich wieder mit in die Schule. Ich wusste schon beim Reingehen: Das wird ein guter Tag. Die 5. Klasse hat mich nämlich für ihre Tierbeschreibungen gebraucht. Und meine Aufgabe war ganz offiziell: herumlaufen und mich bewundern lassen. Das kann ich besonders gut.
Kaum war ich im Klassenzimmer, ging es los. Die Kinder hatten tausend Fragen:
- „Wie groß ist er denn?“
- „Welche Rasse ist er?“
- „Ist er schlau?“
- „Kann er Tricks?“
- „Ist er vielleicht mit Lassie verwandt?“
Bei der letzten Frage musste ich innerlich grinsen. Ich meine — Lassie ist ja schon eine Legende. Aber ich finde, ich mache mich auch ganz gut.
Ich lief also zwischen den Tischen hindurch, ließ mich von allen Seiten betrachten und stellte mich immer wieder in Pose. Manche Kinder schauten besonders auf mein Fell, andere auf meine Pfoten oder meine Ohren. Und wenn jemand mich streicheln wollte, habe ich das natürlich erlaubt — schließlich bin ich ja nicht nur Schulhund, sondern auch Seelentröster.
Am Ende des Tages war ich ziemlich müde vom vielen Bewundertwerden. Aber ich war stolz. Ich hatte meinen Job gut gemacht.
Tag 2 – Biologieunterricht: Thema Hund
Am 24. März ging es wieder zur 5. Klasse, aber diesmal war es Biologie. Thema: Der Hund. Also ich. Ich fühlte mich ein bisschen wie ein lebendiges Lehrbuch.
Meine Mama erklärte den Kindern:
- wie Hunde sich bewegen
- wie wir unsere Nase einsetzen
- welche Posen wir zeigen, wenn wir uns freuen, unsicher sind oder aufmerksam
- was wir gerne fressen
Und ich durfte alles vorführen.
Zuerst sollten die Kinder meine Gangarten beobachten. Also lief ich langsam, dann schneller, dann im Trab. Ich merkte richtig, wie konzentriert sie schauten. Danach ging es um meine Posen: Ohren nach vorne, Schwanz locker, Blickkontakt — ich zeigte alles, was ein Profi-Schulhund eben so draufhat.
Dann kam mein Lieblingsmoment: Nasenarbeit. Ich durfte verstecktes Futter erschnüffeln. Die Kinder staunten, wie schnell ich es fand. Ich tat so, als wäre es ganz selbstverständlich, aber innerlich war ich sehr zufrieden mit mir.
Zum Schluss gab es noch ein paar kleine Spiele mit den Schülerinnen. Sie sollten erkennen, wie ich reagiere, wenn man mich ruft, wenn man ruhig bleibt oder wenn man sich klein macht. Ich zeigte ihnen freundlich, wie ein Hund Körpersprache liest — und wie wichtig es ist, respektvoll zu sein.
Mein Fazit nach zwei Tagen:
Ich habe viel gearbeitet, viel gelernt und auch gegeben.
- Am ersten Tag war ich Modell,
- am zweiten Tag Lehrassistent.
Und an beiden Tagen war ich vor allem eins: Ein Freund, der hilft, dass Kinder Tiere besser verstehen.
Ich glaube, die 5. Klassen haben nicht nur etwas über Hunde gelernt — sondern auch darüber, wie man aufmerksam, geduldig und respektvoll miteinander umgeht. Und das macht mich als Schulhund besonders stolz.